Stirb nicht, bevor du mir sagst, wohin du gehst

Filmkritik von Michael Baumgartner

Alles beginnt mit dem Ursprung des Kinos: New Jersey, 1885. Als Assistent von Thomas Edison hilft der junge William bei der Erfindung des Kinematographen. Viele Jahre später arbeitet der von Arbeitslosigkeit bedrohte Filmvorführer Leopoldo an einer Maschine, die seine Träume aufzeichnen kann. Gemeinsam mit seinem Freund Oscar, einem querschnittsgelähmten ehemaligen Piloten gelingt ihm das tatsächlich. Aber die Funktion und die Inhalte zu erklären ist nicht so einfach. Da ist der kuriose und in seiner Unvollkommenheit sympathische Roboter Carlito, den Oscar nebenher baut, einfacher konzipiert. 
Sind sie erst einmal aufgezeichnet, treten die Traumbilder in die Realität ein, wie die schöne Rachel, die Leopoldo für die Reinkarnation Williams hält. Sie ist nicht die einzige, und Leopoldo bewegt sich bald zwischen Diesseits und Jenseits, denn er begegnet immer wieder Toten. Aber auch andere Träume werden wahr und so findet der Film ein märchenhaftes Ende. 
Das durchgehende Thema des Films ist die Liebe, die einer anderen Dimension als der Realität angehört. 
Das Leben ein Traum. „Stirb nicht bevor du mir sagst, wohin du gehst“ ist eine filmische Betrachtung über das Kino und das Träumen. Darüber hinaus besitzt er viele phantastische Einfälle und eine große Portion Humor. Er versteht es, den Betrachter zu bezaubern.

Editorische Notiz:
Dieser Film aus dem Jahr 19955 sah ich Jahre später als Stuttgarter Erstaufführung im Kommunalen Kino. Das ist der Ort, wo solche Filme die Chance einer Aufführung bekommen, bevor sie im Fernsehen ausgestrahlt werden, wenn überhaupt. Ich war jedenfalls froh ihn gesehen zu haben. Und nun bin ich froh, meine Filmkritik, die lange als Computerdatei ihr Dasein fristete, endlich veröffentlicht zu haben.  

OT: No te mueras sin decirme adonde vas, Argentinien 1995, 130 Minuten, Drehbuch und Regie: Eliseo Subiela.

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© Michael Baumgartner