Conan: Kampf um die Schlangenkrone

(Conan: Battle for the Serpent Crown)

Saladin Ahmed (Autor), Luke Ross (Zeichner, Tusche), Nolan Woordard (Farben), Bernd Kronsbein (Übersetzung), Panini-Comics, über 100 Seiten, ISBN 978-3-7416-1924-3, Stuttgart 2020

Kritik von Michael Baumgartner

Crossover: Conan, den Barbaren verschlägt es durch Magie in die Gegenwart des Marvel-Comic-Universums. Er gelangt nach Las Vagas, wo er sich mit der farbigen Diebin Nyla zusammentut. Es stellt sich heraus, dass Imus Champion, ein sinistrer Casino-Betreiber, ihr Hauptgegner ist. Bei  ihrem Kampf verschlägt es sie zuerst nach Wakanda und von  dort unter die Meeresoberfläche. Conan bekommt es mit lokalen Superhelden (oder Superschurken) Black Cat, Scarlet Spider, Black Panther und Namor zu tun, schlägt während im Hintergrund der gefangene Dämon Mephisto das Geschehen mit Genugtuung verfolgt. Ja, es geht natürlich um die titelgebende Schlangenkrone, ein - wie kann es anders sein? - machtvolles Artefakt.
Mir war danach, den Kimmerier, von dem ich schon Erzählungen gelesen habe und seine Inkarnationen im Film kenne, nun mal als Comic-Figur zu erleben. Ich griff nach dem, was gerade im Zeitschriftenhandel erhältlich (und kostengünstig) war. Es sind ja schon tausende Comic-Seiten mit Con­ ans Abenteuern gefüllt worden. 2020 wurden eine Reihe von neuen Geschichten veröffentlicht. Ich war nicht unbedingt darauf aus, seine Abenteuer im Marvel-Universum zu verfolgen (die übrigens noch nicht beendet sind), aber Crossover kann schon seinen Reiz haben, auch wenn man sich nicht so im Marvel-Universum auskennt wie ich. Ja, der Kimmerer lässt sich von Las Vegas nicht beeindrucken und auch nicht von Superhelden und Superschurkinnen, schließlich ist der grimmige Geselle selbst so etwas wie ein Superkrieger. Er weiß was er zu tun hat, und ist unbeirrt, auch wenn er fremdgesteuert wird. Denn der Dämon Mephisto zieht im Hintergrund die Fäden. Das alles sorgt schon mal für ein Schmunzeln und ist leidlich unterhaltsam ja auch gut gezeichnet und ansprechend koloriert. Aber bringt er wirklich "Crossover-Magie auf die nächste Stufe" wie auf dem Rücken vollmundig erklärt wird?  Dazu ist der Zusammenprall noch nicht richtig ausgereizt worden.

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© Michael Baumgartner